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Perchtoldsdorfer Hiataeinzug 2014

Über 100 Weinhauerinnen und Weinhauer sind unmittelbar für das Gelingen von Österreichs ältestem und berühmtestem Erntedankfest in Perchtoldsdorf verantwortlich.

Die “Ämtervergabe” für den “Hiataeinzug” am 9. November, der seit 2010 von der UNESCO in das nationale immaterielle Kulturerbe aufgenommen wurde, hat jahrhundertlange Tradition. Über 5.000 Besucher feiern jedes Jahr mit.

Bereits im August werden “Hiatavater” oder “Hiatamutter” ernannt. Im Laufe der “Huatzeit”, in den Erntemonaten, erfolgt die Bestellung der Akteure für den Erntedankzug, wie “Oberhiata”, “Pritschnträger”, “Standartenträger”, “Reiter”, “Körberlmadeln” und Kredenzmadeln”. Ein Amt auf Lebenszeit hat der Herbergsvater, Franz Breitenecker, inne.

Diesmal wird es auch nach langer Zeit erstmals wieder einen Kinder-Hiataeinzug geben. Der Hauernachwuchs im Alter zwischen 6 Monaten und 14 Jahren steht den Großen um Nichts nach.

Perchtoldsdorfer Hiataeinzug

 

Die historischen Wurzeln gehen auf eine Legende im Jahre 1422 zurück, wonach der Weinhüter Thomas in den Rieden Perchtoldsdorfs schwer verletzt wurde. Im ersten Haus des Ortes, dem Herbergsvater, wurde dieser gesund gepflegt. Erst zu Leonhardi, (6. November), konnte der genesene “Hiata” seit langem den Gottesdienst besuchen. Seitdem fällt das Erntedankfest auf die wunderbare Genesung des “Hiata” Thomas.

Am 9. November ist es wieder soweit. Vier “Hiata” reiten auf geputzten Pferden zur Pfarrkirche, begleitet von den örtlichen Musikkapellen, den “Hiatabuam” und der “Pritschen”, einem mit Eichenlaub gebundenen Holzgerüst in Pyramidenform, das mit Trauben und einem aus vergoldeten Nüssen geformten Herz zusätzlich verziert wird. Der “Pritschnträger” hat die Aufgabe das 80 kg schwere, zweieinhalb Meter hohe drehbare Gestell in Drehung zu versetzen.

Das Publikum darf sich auf eine Freiwein-Ausschank für alle freuen. Wer das älteste und berühmteste Erntedankfest Österreichs sehen möchte, hat am 9. November am Marktplatz ab 9.45 Uhr die Gelegenheit dazu. Um 10 Uhr findet die Festmesse in der Pfarrkirche St. Augustinus statt. Das Gstanzlsingen mit Freiwein-Ausschank am Marktplatz beginnt unmittelbar danach.

(Foto: Perchtoldsdorfer Weinbauverein)

 

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