ROTWEIN – WEISSWEIN – Der WeinBlog für Geniesser

Neusiedler See

Winzer Ferry Schindler verrät sein Bodenkunde-ABC

Zum Jubiläumsjahr des Rotweins Cuvée d’Or gibt das Weingut Franz Schindler so manche Winzergeheimnisse preis.

Einer Studienreise von Senior Franz Schindler in das Weinanbaugebiet Bordeaux haben wir zu verdanken, dass wir heute die vielfach ausgezeichnete Cuvée d’Or genießen dürfen. Denn diese Reise verstärkte den Wunsch des Winzers ebenso große Weine in der Heimat zu kreieren, wie es sie in Frankreich gibt. So wurde eine alte Blaufränkisch-Anlage mit schonenden Maßnahmen wieder in Stand gesetzt. Das Resultat war ein vollreifer dichter Wein, der für den Barrique-Ausbau geeignet war. Nach mehreren Versuchen mit unterschiedlichen Fässern, kam Franz Schindler zu der Erkenntnis, dass es die goldene Mischung ist, die aus perfektem Traubenmaterial und richtiger Vinifikation den besten Wein ergibt. Dies war zeitgleich die Geburtsstunde der Cuvée d’Or.

Weinkiste-Magnum_Cuvée D’Or_Franz-Schindler

Winzer Ferry Schindler steht Rede und Antwort.

In welchem Zusammenhang steht der Geschmack des Weines mit dem Boden auf dem er wächst, zum Beispiel im Burgenland?

Das Burgenland bietet eine große Vielfalt an Böden: nicht nur Sand-, Lös- und Urgesteinsböden, sondern auch Lehmböden. Durch die Nähe zum Neusiedler See kann das nördliche Burgenland mit einem ganz besonderen Mikroklima aufwarten, das ideal für den Weinbau ist. Der See, als natürlicher Wärmespeicher mit seiner großen Fläche für die Sonnenreflexion, nimmt großen Einfluss auf das Klima. Als Winzer muss man sich schon vorher überlegen, welche Sorte Wein man auf welche Art von Boden pflanzt. Man muss wissen was man aus dem Wein machen will. Einen fruchtig leichten Weißwein oder einen kräftigen Rotwein.

Und was bedeutet das für den Weintrinker? Schmeckt man, wo der Wein gewachsen ist?

Im Prinzip schon. So gedeihen auf leichten, sandig bis steinigen Böden eher die fruchtigen, fein strukturierten Weine. Mit schweren, lehmigen Böden hingegen lassen sich kräftige stoffige Weine mit viel Potenzial erzeugen. Rein theoretisch lässt sich zwar auf jedem Boden jeder Typus Wein produzieren, allerdings wäre es besser sich den Begebenheiten anzupassen und diese zu nutzen. Nur so bekommt man die volle Kraft einer Traube ins Glas.

Haben die Witterungsverhältnisse auch Einfluss auf das Endergebnis im Glas?

Selbstverständlich! Man merkt einem Wein an, ob es im Laufe des Jahres sehr feucht und regnerisch oder sehr trocken und warm war, beziehungsweise wie viele Sonnenstunden es gab. Der Winzer muss auf die Klimabedingungen eingehen. Wenn es ein kühles Jahr war, entstehen eher fruchtspezifische Weine. In einem heißen Jahr dominieren dagegen voll-reife, kräftige Weine, also Rotweine mit Stoff und Potenzial.

Und wie beeinflusst der Winzer selbst den Geschmack?

Zum Beispiel durch den Erntezeitpunkt der Trauben. Aber auch während der Vegetationsperiode kann ich mit meiner Arbeit noch viel Einfluss auf den späteren Geschmack nehmen, wie beispielsweise mit Bodenbearbeitung, Pflanzenschutz, Laubarbeiten oder Mengenreduktion. Nach der Ernte können mit unterschiedlichen kellertechnischen Maßnahmen, wie der klassisch alten Schule oder mit neusten technischen Mitteln, unterschiedliche Geschmacksrichtungen herausgearbeitet werden.

Lohnt es sich unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten für die Reben auszuprobieren?

Da es drei Jahre dauert bis man nach der Auspflanzung die erste Ernte einholen kann, ist das Austesten der Bodenbeschaffenheit sehr schwierig. Da baut man eher auf den Erfahrungswert der Bodenanalysen. Was aber sehr wohl probiert wird, ist der Anbau einer Weinsorte auf unterschiedlichen Böden. Nach der Ernte werden die verschiedenen Trauben dann bezüglich Frucht, Farbe, Tannine, Schmelz, Struktur etc. miteinander verglichen.

Gibt es den perfekten Boden für den perfekten Wein?

Jede Weinsorte und jeder Weintyp hat eigene Ansprüche an den Boden und an die Klimaverhältnisse. Den perfekten Boden gibt es nicht. Aber ein fast perfektes Ganzes, bei dem alles zusammenspielt: Wetter, Boden, Klima, Ernte und Kellerarbeit. Das sind alles wichtige Faktoren, die Einfluss auf den Wein bzw. das Endprodukt haben. Wenn sie harmonieren, kann man sich auf einen guten Tropfen im Glas freuen.

Weingut_Franz_Schindler_Ferry-und-Franz-Schindler

Der Jubiläums-Rotwein aus dem Weingut Franz Schindler:

Cuvée D‘Or 2015

Das Aushängeschild des Weinguts vereint erlesenstes Traubenmaterial von Blaufränkisch, Cabernet Sauvignon und Merlot. Kraft und Potential zeichnen diesen Wein aus. In der Nase liegt eine Kombination von schwarzen Beerenfrüchten mit angenehmer Holz–Toasting–Note.

 

(Fotos: Weingut Franz Schindler)

Heinrich – Gabarinza 2007 – Rotwein verkostet

Hersteller:

Weingut Heinrich Gernot u. Heike – www.heinrich.at

Wein:

Gabarinza 2007

Anbaugebiet: Burgenland
Ort: Gols
Land: Österreich
Jahrgang: 2007
Alkohol in Vol.: 13 %
Farbe: rot
Geschmack: trocken
Restzucker: 1,2 g/l
Säure: 5,3 g/l
Rebsorte(n): Cuvée aus 50 % Zweigelt, 25 % Blaufränkisch, 25 % Merlot
Füllmenge: 0,75 l
Verschluss: Naturkork
Preis: 38,- Euro

Verkost-Zeitpunkt: Dezember 2017

 Weingut Heinrich, Gols, Gabarinza

Informationen über das Weingut:

Der Gabarinza stammt aus einer Lage von Gols, die schon sehr früh benannt wurde. Die bis zu 30-jährigen Rebstöcke wachsen in der oberen Lage auf rotem Schotter, im Hang auf kalkigen Seesedimenten und am Fuß der Lage auf humosen Böden. Die  Erzeugung von diesem besonderen Wein erfolgte im Einklang mit der Natur.

Die Trauben wurden Anfang September 2007 von Hand gelesen. Anschließend sorgsam im Weingarten und am Weingut selektiert. Vergoren wurde spontan in Eichenholzgärständern bei 28 bis 32 ° C.  Die Maischestandzeit betrug 4 Wochen. Der Gabarinza reifte für 20 Monate in 500 Liter Eichenfässern und wurde Mitte Juli 2009 abgefüllt.

Weingut Heinrich, Gols, Kork, Flasche

Verkost-Notiz:

Der Wein von Weingut Heinrich, Gols ist schon beim Einschenken eine Freude. Im Glas präsentiert sich dann ein dunkles Weinrot mit violettem Schimmer. Funkelnd, klar.

In der Nase ein Fruchtfeuerwerk. Waldbeeren, Brombeeren, ganz dezent Walderdbeere. Leichter Anklang von Holztönen.

Am Gaumen bekommen wir erneut den Beeren-Cocktail präsentiert. Ganz dezente Tannine. Elegant. Harmonisch. Schokolade. Gehaltvoll. Dezente Holztöne. Kirschen im Abgang mit ganz dezenter, süßer Frucht. Lang anhaltend.

 

Weingut Heinrich, Gols, Kork

Ein Wein, der viel Freude bereitet!

(Fotos: eigene Bilder)

 

Martiniloben Gols 2012

Martini steht vor der Tür!

Und somit gibt es am Ostufer des Neusiedler Sees wieder drei lange Tage. In Gols findet vom 9. bis 11. November 2012 das Martiniloben statt.

An den drei Tagen in November werden über 80 Winzer ihre Weinkeller öffnen.

Das Golser Martiniloben findet heuer bereits zum 24. Mal statt.

Am Freitag, den 9. November startet um 15.00 Uhr die Veranstaltung. Neben den offenen Kellertüren der Winzer stehen auch die Türen im Gemeindezentrum in Gols offen. Dort hat man überall die Möglichkeit, die verschiedensten Weine zu Verkosten. Beim Golser Zweigelt Cup wird dann auch noch der beste Zweigelt aus Gols gekürt. Die Preisverleihung findet dann am Sonntag, 11. November um 15.00 Uhr statt.

Martiniloben Einladung 2012

 

Neuigkeiten gibt es auch für alle Smartphone-Besitzer. Rechtzeitig zum Martiniloben in Gols gibt es eine neue App. Damit können Winzer und Weine gesucht werden, Kellerrouten geplant werden, aktuelle Preise und Prämierungen abgerufen werden und vieles mehr.

 

 

Verkostung Rotwein – Weingut Heinrich – Zweigelt 2007

Hersteller:

Weingut Heinrich – www.heinrich.at

Anbaugebiet: Burgenland, Gols, Heideboden – zwischen Parndorfer Platte u. Neusiedler See
Alkohol in Vol.: 12,5 %
Geschmack: trocken
Restzucker: 1,7 g/l
Säure: 4,6 g/l
Rebsorte(n): Zweigelt
Jahrgang: 2007
Füllmenge: 0,75 l
Verschluss: Glasverschluß
Preis: 12,- EuroVerkost-Zeitpunkt: Jänner 2011

Die Lese erfolgte von Hand Ende August / Anfang September 2007. Spontane Vergärung im Stahltank. Ausbau in gebrauchten Barrique-Fässern. Abgefüllt im April und Juli 2008.
Etwas überrascht hat der Glasverschluß bei diesem Zweigelt. Jedoch ist es ein hervorragender Tropfen!

Verkost-Notiz:

Dunkelrot im Glas mit Teils violetten Touch.
Wunderbarer Duft nach Beeren und Kirschen.
Am Gaumen eine schöne Frucht, nach Kirschen. Etwas Schokolade. Weiche, gut eingebundene Tannine. Schöner Abgang.

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