ROTWEIN – WEISSWEIN – Der WeinBlog für Geniesser

Weinjahrgang

Deutsche Weinjahrgang 2021

Schlanke Weine, viel Aroma – so lässt sich der Weinjahrgang 2021 in den deutschen Anbaugebieten komprimiert charakterisieren. Dabei war der “Wonnemonat” der Winzer in diesem Jahr nicht der Mai, sondern der September. Der sorgte mit viel Sonne und kühlen Nächten vielerorts für das versöhnliche Ende einer Saison, die sich deutlich von den drei Vorjahren abhob und viele an die Zeit vor dem Klimawandel erinnerte.

 

Hatten von 2018 bis 2020 Hitze und Trockenheit den Jahrgang geprägt und für eine frühe Lese gesorgt, so bremste nun Kühle das Wachstum, und häufiger Regen forderte viele Winzer außerordentlich, um den Falschen Mehltau im Griff zu behalten. Der September machte dann vieles wieder gut: Er förderte die Reife und sorgte für ansprechende Mostgewichte. So konnten Trauben gelesen werden, deren Qualität die Erzeuger zufriedenstellt und gute Weine verspricht – mit weniger Alkohol als in den Vorjahren, aber nicht weniger Aroma.

 

Weinjahrgang 2021 – regionale Unterschiede

Die Erntemenge rangiert in Deutschland nach der letzten Schätzung bundesweit mit 8.733.000 Hektoliter um drei Prozent über dem Vorjahreswert und nur leicht unter dem zehnjährigen Mittel. Allerdings gab es in den einzelnen Weinregionen große Unterschiede.

Ich habe mal die zwei größten deutschen Weinanbauanbaugebiete herausgenommen:

Rheinhessen (26 943 Hektar)

Dass die rheinhessischen Reben in diesem Jahr später austrieben als sonst, sehen die  Winzerinnen und Winzer im Nachhinein als Glücksfall an, denn so blieben die Triebe im  größten deutschen Anbaugebiet von den Nachtfrösten im April verschont. „Diese  Temperaturen hätten in den drei Jahren zuvor zu erheblichen Ausfällen geführt, weil da die  Reben im April schon alle ausgetrieben waren“, sagt Andreas Köhr vom Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd. Auch sonst hob sich das Weinbaujahr von den drei  heißen und trockenen Vorjahren ab, zum Beispiel wegen des von der Nässe verursachten  Pilzdrucks, der trotz Bekämpfung in einigen Ortschaften und Parzellen „deutliche Schäden“  anrichtete. Insgesamt sei Rheinhessen gut weggekommen, so Köhr. Auch der im Vergleich zu  den Vorjahren späte Lesestart Mitte September war eine glückliche Fügung, denn schöne  Septembertage trugen entscheidend dazu bei, dass man „einen sehr ansprechenden  Jahrgang“ ernten konnte. Das Reifen im Kühlen bringe fruchtige Weine hervor, die auch mit  moderatem Alkoholgehalt ein großes Aromenspektrum böten, so Köhr. Hinzu komme eine  frische Säure, „eines der Merkmale der deutschen Weißweine, und das kommt in diesem Jahr  wesentlich besser heraus als in den drei Jahren davor“. Etwa 2 590 000 Hektoliter Most  konnten eingebracht werden, ein Prozent mehr als 2020 und vier Prozent mehr als im zehn-Jahres-Schnitt.

Pfalz (23 721 Hektar)

In der Pfalz, dem zweitgrößten deutschen Weinbaugebiet, ist die Ernte in diesem Jahr  ebenfalls sehr unterschiedlich ausgefallen. „Bezüglich der Ertragsmenge war der Begriff des „neidischen Herbstes“ selten so zutreffend wie im Jahr 2021“, sagt der Weinbauexperte Jürgen Oberhofer vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz. Guten bis sehr guten Erträgen stünden vereinzelt Totalausfälle wegen Falschen Mehltaus gegenüber. Im Juni hatte sich wegen Hitze und Regens die Arbeit im Weinberg potenziert. „Wem es nicht gelang, hier systematisch vorzugehen, musste teils starke Ertragsausfälle in Kauf nehmen“, sagt der pfälzische Weinbaupräsident Reinhold Hörner. Ab August normalisierte sich das Wetter, und es gab einen „sehr positiven Ernteverlauf“. Die geschätzte Mostmenge beträgt 2 230 000  Hektoliter, drei Prozent weniger als 2020 und ein Prozent mehr als im zehnjährigen Schnitt. Man könne sich auf „tolle Weine“ freuen, so der 1. Pfalzwein-Vorsitzende Boris Kranz. Für ihn sind „häufig niedrige Alkoholwerte, eine gut eingebundene Säurestruktur und jetzt schon prägnante Frucht-Primäraromen“ charakteristisch für den Jahrgang, der frische, lebendige, leichte Weine erwarten ließe. „Gewinner-Rebsorte des Jahrgangs“ ist laut Oberhofer der Riesling. Die pfälzische Hauptrebsorte habe in Deutschlands größtem Rieslinganbaugebiet am meisten profitiert – „vor allem wegen klimatischer Verhältnisse, wie wir sie noch vor dem Klimawandel hatten“.

 

 

 

Weinjahrgang 2020 in Deutschland

Der Weinjahrgang 2020 brachte in Deutschland sehr gute Qualitäten hervor.

Trockenheit, Turbo-Ernte und Spitzenqualitäten

Nach einem warmen und sonnigen Frühjahr zeigten die Reben bereits im April die ersten grünen Triebe. Pünktlich zu den Eisheiligen Mitte Mai wurde es allerdings noch einmal frostig kalt, was insbesondere in Franken, Sachsen und Saale-Unstrut sowie in Teilen Württembergs starke Frostschäden und erhebliche Ertragsverluste mit sich brachte.

Bereits Ende Mai entwickelten die Reben ihre Blüten – acht bis zehn Tage vor dem durchschnittlichen Wert der letzten 30 Jahre. Entsprechend früh startete die Hauptweinlese in vielen deutschen Anbaugebieten bereits Ende August. Die anhaltende Schönwetterperiode mit hochsommerlichen Temperaturen führte dazu, dass viele Sorten gleichzeitig reif wurden, was für Zeitdruck bei der Lese sorgte. Oftmals ernteten die deutschen Winzer in den frühen Morgenstunden oder mitten in der Nacht, um die für deutsche Weine typische Frische zu erhalten. Das Jahr 2020 wird den meisten als „Turbo-Herbst“ in Erinnerung bleiben, der oftmals schon im September beendet war.

„Insbesondere die roten Sorten profitierten von der warmen Witterung. In den deutschen Weinkellern reifen vielversprechende Rotweine, die sich quer durch die Anbaugebiete schon tiefrot, mit intensiver Beeren-Aromatik und samtiger Textur präsentieren“, so das Deutsche Weininstitut (DWI).

Am 30. November wurde der Jahrgang in einigen Regionen noch von einer erfolgreichen Eisweinlese gekrönt.

Erntemengen unterschiedlich verteilt

Die Erntemenge in Deutschland liegt mit rund 8,6 Millionen Hektoliter leicht über der des Vorjahres und zwei Prozent unter dem zehnjährigen Mittelwert. Die Quantität ist allerdings sehr ungleich verteilt. Während die fränkischen Winzer auf Grund von Spätfrösten und einer lang anhaltenden Trockenperiode eine historisch kleine Ernte verzeichnen, die 38 Prozent unter dem langjährigen Mittel liegt, konnten die Winzer an der Hessischen Bergstraße ihren Ertrag um 31 Prozent steigern. In den beiden größten deutschen Anbaugebieten Rheinhessen und Pfalz sind mit einem Minus von einem Prozent bzw. einem Plus von sechs Prozent durchschnittliche bis leicht überdurchschnittliche Erntemengen zu erwarten. Baden und Württemberg schätzen jeweils ein Ernteminus von zehn Prozent.

Deutschland – ein sehr guter Weinjahrgang 2020

Der Weinjahrgang 2020 hat in Deutschland sehr gute Qualitäten und eine leicht unterdurchschnittliche Erntemenge von bundesweit geschätzten 8,6 Millionen Hektolitern hervorgebracht.

Wie das Deutsche Weininstitut (DWI) mitteilt, haben die deutschen Weinerzeuger dank des sonnigen und trockenen Spätsommers hochreife und sehr gesunde Trauben geerntet, die zudem im Rotweinbereich perfekt ausgefärbt waren. Entsprechend aromatisch und ausgesprochen fruchtig präsentieren sich bereits die ersten Weißweine im Fass und die Rotweine zeigen großes Potenzial.

Weinlese bereits nach drei bis vier Wochen abgeschlossen

Der Sommer im September hat die Weinernte aber auch sehr beschleunigt. Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen von oftmals weit über 25 Grad Celsius sind die Zuckergehalte in den Trauben schnell angestiegen, so dass viele Sorten gleichzeitig die Lesereife erreicht hatten. Geerntet wurde häufig in den frühen Morgenstunden oder auch nachts, um die Trauben möglichst kühl in den Keller zu bekommen.

In vielen Betrieben war die diesjährige Weinlese bereits nach drei bis vier Wochen abgeschlossen. Einige Winzer lassen aber auch noch Trauben hängen, da sie auf die Bereitung von Beeren- oder Trockenbeerenauslesen spekulieren, denn der Jahrgang bietet gute Chancen für diese edelsüßen Spezialitäten.

Spätfröste in Franken, Saale-Unstrut und Sachsen

Ein weiterer Effekt der heißen Septemberwitterung war eine relativ starke Verdunstung in den Beeren, die teilweise mit deutlichen Mengenverlusten einhergingen. Diese wurden in manchen Regionen noch durch eine anhaltende Trockenheit verstärkt, denn die Niederschläge in den Weinregionen waren das gesamte Jahr über extrem unterschiedlich verteilt. In Franken, an Saale-Unstrut sowie in Sachsen haben zudem Spätfröste zu weiteren Ernteverlusten geführt.

Große Erntedifferenzen in den Anbaugebieten

Entsprechend heterogen fallen die geschätzten Erträge in den dreizehn deutschen Weinbaugebieten aus. Sie reichen von minus 38 Prozent im Vergleich zum zehnjährigen Durchschnittsertrag in Franken bis hin zu einem Plus von 31 Prozent an der Hessischen Bergstraße. In den beiden größten deutschen Anbaugebieten Rheinhessen und Pfalz sind mit einem Minus von einem Prozent bzw. einem Plus von sechs Prozent durchschnittliche bis leicht überdurchschnittliche Erntemengen zu erwarten. Baden und Württemberg schätzen jeweils ein Ernteminus von zehn Prozent.

 

Bundesweit liegen die aktuell prognostizierten Erträge des 2020er Jahrgangs mit voraussichtlich rund 8,6 Millionen Hektolitern in etwa auf dem Niveau des zehnjährigen Mittels von 8,7 Millionen Hektolitern und drei Prozent über dem Vorjahresertrag.

 

 

Weinjahrgang 2020 in Österreich: guter Jahrgang

Etwas später als sonst, bereiten sich die österreichischen Winzer auf die heurige Weinlese vor. Wir dürfen uns auf einen guten Weinjahrgang 2020 freuen.

Aufgrund des Witterungsverlaufes wird die Lese etwas später als in den Jahren davor stattfinden. Abgesehen von Frühlesen zur Traubensaft- und Sturmproduktion wird die Lese rund um den Neusiedler See in der ersten Septemberhälfte und in vielen anderen Gebieten gegen Mitte September beginnen. Die Hauptlese wird in den meisten Gebieten Ende September, Anfang Oktober stattfinden.

 

Leicht unterdurchschnittliche Ernte

Aufgrund der Schätzungen der einzelnen Weinbaugebiete kann heuer von einer leicht unter dem Durchschnitt liegenden Weinernte in der Höhe von 2,3 Millionen Hektoliter ausgegangen werden. Durch den verzögerten Austrieb sind einige Rebaugen ausgeblieben, und in manchen Weingärten konnte auch eine Verrieselung der Trauben beobachtet werden.

Aufgrund der Niederschläge war es notwendig, durch Pflegemaßnahmen eine lockere Laubwand zu gestalten, um eine luftige Traubenzone zu erreichen. Dadurch konnte fast überall sehr gesundes Traubenmaterial sichergestellt werden. Die Winzer hoffen nun auf einen trockenen, warmen Herbst, um vollreife und harmonische Weine einbringen zu können.

Ich habe letzte Woche einige Gespräche mit Winzern geführt. Und die Winzer sind sehr zufrieden mit dem Traubenmaterial und freuen sich schon auf die Weinlese. Die Qualität schätzen die Winzer noch etwas besser als letztes Jahr ein. Wir dürfen uns schon heute auf den neuen Weinjahrgang freuen!

 

Weinjahrgang 2020

 

FACTS – WEINJAHRGANG 2020 in Österreich

Qualität:

  • Fast überall ist sehr gesundes, vollreifes Traubenmaterial zu erwarten
  • Sehr fruchtige und harmonische Weine werden erwartet

 

Erntemenge:

  • Rund 2,3 Mio. Hektoliter werden erwartet (vgl. 15-Jahres-Schnitt: 2,4 Mio. hl)

 

Vegetationsverlauf:

  • Gebietsweise verzögerter Austriebszeitpunkt; keine Spätfrostschäden
  • Winter und Frühjahr waren sehr trocken, nennenswerte Niederschläge gab es erst nach der Blüte
  • teilweise Traubenverrieselung
  • Heiße Sommertage wurden durch Niederschläge unterbrochen
  • Pilzgefahr größtenteils gebannt
  • Punktuell Extremniederschlag und Hagelschäden

 

Weinjahrgang 2019 in Österreich

Nach der letztjährigen frühesten Lese aller Zeiten fand die Ernte 2019 wieder zum üblichen Zeitpunkt statt. Besonders erfreulich war das gute Lesewetter, sodass die Ernte in Ruhe und planvoll eingebracht werden konnte. Das warme Jahr mit Trockenperioden brachte eine sehr gute Traubenreife und eine durchschnittliche Menge, wobei die kühlen Herbstnächte für exzellente Fruchtigkeit und gute Säurestruktur sorgten.

Der Witterungsverlauf 2019

Die Monate Jänner, Februar und März waren überdurchschnittlich mild und sehr trocken, Kälteperioden wie im Vorjahr blieben aus. Bei frühen Sorten begann das Knospenschwellen aufgrund der milden Witterung teilweise bereits Ende März. Im wechselhaften, aber warmen April (1,5 °C über dem langjährigen Durchschnitt) wurde nur die Steiermark mit ausreichend Regen bedacht, der kälteste Mai seit 1991 verzögerte die Entwicklung der Reben.

Die Rebblüte setzte dadurch etwa zehn Tage später als im Vorjahr ein, was im langjährigen Schnitt einen Normalzeitpunkt bedeutet. In allen Weinbaugebieten wurde die Blüte bis Mitte Juni relativ zügig beendet. Der wärmste, sonnigste und trockenste Juni aller Zeiten (4,7 °C über dem Durchschnitt seit Beginn der Messungen 1767) war ein Monat für die meteorologischen Geschichtsbücher, auch Juli und August waren überdurchschnittlich warm. Mehrere Hitzewellen mit teils schweren Gewittern und sintflutartigen Regenfällen prägten diese Sommermonate. Von größeren Hagelschäden blieb man heuer zum Glück aber verschont.

Suedsteiermark

Die Ernte gestaltete sich durch den milden September und warmen Oktober sehr angenehm. Es konnte in Ruhe und wie geplant gelesen werden. Schlechtwetterfronten blieben aus und nötigten somit nicht zu eventuell vorzeitigen Lesedurchgängen oder Erntepausen. Die gute Nachtabkühlung sorgte auch für die Förderung der Fruchtigkeit und den Erhalt der Säurestruktur.

 

Weinjahrgang 2019 – Niederösterreich

  • Traubenmaterial vollreif und sehr gesund
  • Weine mit angenehmem Trinkfluss und ausgeprägter Sortentypizität, gehaltvoll bei moderatem Alkoholgehalt, guter Säurestruktur und Fruchtigkeit

 

Weinjahrgang 2019 – Burgenland

  • Hervorragende Traubenqualität
  • Sehr geringe Saftausbeute, dafür intensiver Traubengeschmack
  • Weine sehr aromatisch mit sehr gutem Säuregerüst und Reifepotenzial

 

Weinjahrgang 2019 – Steiermark

  • Trauben sehr gesund, reiften etwas später
  • Sehr harmonische, ausgewogene und besonders fruchtige Weine

 

Weinjahrgang 2019 – Wien

  • Trauben in ausgezeichneter Qualität
  • Feine, sortentypische Weine mit angenehmer Säure

 

 

Weinjahr 2018 in Österreich – frühe Lese, gute Aussichten

Die Hitze und Trockenheit der letzten Wochen hat der Wein zum Großteil gut überstanden. Die Lese hat heuer sehr früh begonnen und es erwartet und ein vollreifer Weinjahrgang. Durch die Temperaturen wird es etwas höhere Alkoholgehalte und eine geringere Säure geben. Die Menge sieht aktuell gut aus und wird etwas über dem Durchschnitt liegen. Es wird in Österreich eine Weinernte von rund 2,6 Millionen Hektoliter erwartet.

 

Die Steiermark, die von der Trockenheit nicht so stark betroffen war, erwartet sowohl mengen- als auch qualitätsmäßig einen sehr guten Jahrgang. Im Burgenland wird aufgrund eines guten Traubenansatzes und auch immer wieder auftretender Niederschläge von einer mengenmäßig guten Weinernte ausgegangen, wobei auch heuer wieder gerade an den Rotwein hohe Qualitätserwartungen geknüpft werden. Niederösterreich und Wien sehen mengenmäßig einer guten Normalernte von hoher Qualität entgegen. Unsicherheitsfaktor bei der Mengenschätzung ist die Mostausbeute in jenen Gebieten, die im Sommer fast ohne Niederschläge waren, wie zum Beispiel im nördlichen Weinviertel.

 

Die Fakten zum Weinjahrgang 2018 zusammengefasst:

  • Sehr heißer Jahrgang, eine der frühesten Weinlesen seit Jahrzehnten
  • Höhere Alkoholgehalte, weniger Säure
  • Einige wenige Hagelschläge, praktisch keine Pilzkrankheiten
  • Erwartete Erntemenge: 2,6 Mio. hl (vgl. 15-Jahres-Schnitt: 2,4 Mio. hl)
  • Niederösterreich/Wien: gute Menge, sehr gute Qualität
  • Burgenland: gute Menge, sehr gute Rotweine möglich
  • Steiermark: sehr gute Menge, sehr gute Qualität

 

 

(Quelle: oesterreichwein.at)

Welt-Weinproduktion 2017 ist auf 50-Jahres-Tief

In Österreich können die Winzerinnen und Winzer auf die Weinernte 2017 sehr stolz und auch zufrieden sein. Die Menge passt. Die Qualität schaut sehr gut aus!

Welt-Weinproduktion 2017 stark gesunken

Nicht so gut sieht es aus, wenn man in die anderen Weinbauländer der Welt schaut. Weltweit gesehen sinkt die Welt-Weinproduktion im Jahr 2017 auf den tiefsten Stand seit 50 Jahren. Es wurde weltweit um über 8 % weniger Wein produziert als noch im Jahr 2016. Speziell die drei größten Weinbau-Länder haben 2017 sehr schlechte Ernten verzeichnen müssen.

In Italien gibt es ein Minus von 23 Prozent. Italien bleibt trotzdem noch der weltweit größte Weinproduzent.

In Frankreich wurde rund um 20 Prozent weniger Wein als 2016 produziert. Wenn man nach Bordeaux schaut, so haben Frost und später der Hagel den Weintrauben enorm zugesetzt. So ist in Bordeaux die Ernte um bis zu 50 Prozent gegenüber 2016 zurück gegangen. Somit wird eines klar sein: Die Preise für Bordeaux-Weine werden weiter steigen.

In Spanien – der weltweit drittgrößte Weinproduzent – gingen die Weinproduktionsmengen um rund 15 Prozent zurück.

Auch in Deutschland fallen die Produktionszahlen niedrig aus. Speziell die Moselwinzer verzeichneten die niedrigste Ernte seit 50 Jahren und mussten ein Minus von 25 Prozent hinnehmen.

In Österreich sieht die Situation um vieles besser aus. Nach dem es 2016 mengenmäßig in Österreich nicht so rosig war, sieht es für den Jahrgang 2017 sehr gut aus. Trotz diverser Spätfröste und Hagel konnten 2,6 Millionen Hektoliter geerntet werden. Somit können viele Betriebe die Ernteausfälle der letzten Jahre ausgleichen. Und auch die Qualität ist top! Wir können uns auf den neuen Jahrgang 2017 freuen!

Die Wein-Produktion konnte in den europäischen Ländern neben Österreich auch noch in den Ländern Portugal, Rumänien und Ungarn gegenüber 2016 gesteigert werden.

 

 

 

 

Weinjahrgang 2016 Österreich – klein, aber fein

Unterschiedlicher als heuer könnte eine Weinernte in Österreich nicht ausfallen. Während in der Steiermark und im Burgenland durch den Spätfrost Ende April Ernteausfälle von 50 bis 80 Prozent zu beklagen sind, fiel der Ertrag in großen Teilen Niederösterreichs überdurchschnittlich gut aus. Dies ließ die Trauben- und Fassweinpreise vor allem beim Grünen Veltliner in ungeahnte Höhen schnellen und veranlasste das Landwirtschaftsministerium, die Hektarhöchstertragsmenge landesweit um 20 Prozent anzuheben, um die Versorgung des Marktes einigermaßen sicherzustellen. Erfreulich ist die ausgezeichnete Qualität der von einer besonders feinfruchtigen Aromatik und frischen Säure geprägten Weine.

Witterungsverlauf 2016: Spätfrost, Hagelunwetter, warmer September

Das Weinjahr 2016 hielt in Österreich einiges an Überraschungen bereit: Auf einen milden Winter mit dem zweitwärmsten Februar seit 250 Jahren folgten ein trockener März und ein wechselhafter April. Zu Monatsbeginn herrschten etwa im Mittelburgenland noch sommerliche Temperaturen von über 27 °C, in der zweiten Aprilhälfte aber trafen zwischen 26. und 29. April drei extreme Frostnächten und sogar Schneefall auf die frühen Austriebe – mit katastrophalen Folgen für Weingärten und Weinbaubetriebe, vor allem in der Steiermark und im Burgenland.
Das späte Frühjahr und die Sommermonate waren gekennzeichnet von schwülem Klima mit viel Niederschlag und vereinzelten Hitzeperioden, konventionell wie biologisch arbeitende Winzer waren im Weingartenmanagement gleichermaßen gefordert. Im Vergleich zum Vorjahr stieg das Thermometer heuer aber nie auf über 35 °C.
Für einen versöhnlichen Abschluss des Weinjahres sorgte schließlich der ungewöhnlich warme, sonnige und trockene September: Er verhalf den Trauben zu sehr guter Reife, kühlere Nächte zu Monatsende führten zu optimaler Aromaentwicklung. Ein guter weiterer Wetterverlauf mit gelegentlichen Niederschlägen im Herbst erlaubte eine entspannte Lese ohne Zeitdruck und sorgte für Traubenmaterial mit ausgeprägter Reife und Nährstoffversorgung. Im Keller konnten sich die Winzer dadurch auf Optimierung und Förderung der eingebrachten Qualität konzentrieren, ohne zu speziellen önologischen Kniffen greifen zu müssen.
Der Weinjahrgang 2016 zeigt schon jetzt eine sortentypische fruchtige Aromatik und Fülle, die von einem guten Säurerückgrat gestützt wird. Der moderate Alkoholgehalt des heurigen Jahres sorgt zudem für einen angenehmen und guten Trinkfluss.

Traisental: oberhalb von Inzersdorf ob der Traisen (© ÖWM / Himml)

Traisental: oberhalb von Inzersdorf ob der Traisen (© ÖWM / Himml)

 

Niederösterreich

Insgesamt liegt die niederösterreichische Ernteschätzung mit zufriedenstellenden 1,6 Mio. hl. um 20 Prozent höher als im Vorjahr, wenn auch in den Weinbaugebieten Wachau, Thermenregion und Carnuntum eine um 13 bis 23 Prozent geringere Ernte aufgrund des Spätfrosts im April zu verzeichnen ist. Eine spezielle weinbauliche Herausforderung stellten die lang andauernden sommerlichen Regenperioden dar, die eine Ausbreitung von Peronospora auch bei intensiven Gegenmaßnahmen teilweise unvermeidbar machten.
Rund zwei Wochen später als letztes Jahr begann heuer die Lese, die weitgehend ohne Wetterbeeinträchtigungen und Zeitdruck durchgeführt werden konnte. Die Erntedefizite in anderen Bundesländern sorgten für eine große Traubennachfrage und entsprechend ansteigende Traubenpreise.
In Summe wird der Jahrgang 2016 den Winzern – abgesehen vom Frost – mit einer sehr guten Qualität und einer weitgehend problemlosen Lese- und Kellerarbeit in guter Erinnerung bleiben: ein gut ausgereifter und aromatischer Jahrgang, dem die kühlen Nächte auch eine schöne Fruchtigkeit bescherten. Frische Welschrieslinge und pfeffrige Veltliner werden das Herz und die Gaumen der Weinliebhaber erfreuen!

Burgenland

Frostschäden vor allem im Seewinkel und das Hagelunwetter Ende Juni im Golser Raum und im Mittelburgenland führten zu Ernteausfällen von 50 Prozent zur üblichen Erntemenge.
Im Gegensatz zu Niederösterreich setzte der Lesebeginn sogar etwas früher als im Vorjahr ein, und nicht nur in den beeinträchtigten Gebieten wurde die Ernte schon relativ zeitig abgeschlossen.
Das geerntete Traubenmaterial gab durchaus Anlass zur Freude: gute Ausreifung, eine schöne reife Säure sowie niedrige pH-Werte erlaubten eine saubere Vinifizierung, gerade auch bei den mikrobiologisch diffizileren Maischegärungen der Rotweine.
Das Resultat der heurigen Bemühungen sind sehr fruchtige und sortentypische Weine mit gutem, aber nicht zu üppigem Körper. Dies gilt sowohl für die roten Leitsorten Zweigelt und Blaufränkisch als auch für die Weißweine. Die schöne und ausgewogene Säure unterstützt die Fruchtigkeit, während der mittlere Alkoholgehalt für angenehmen Trinkspaß sorgt.

Steiermark

Die drei Frostnächte im April und ein Hagelunwetter Mitte August führten zu massiven Ernteausfällen, sodass sich die Erntemenge heuer nur auf knapp 20 Prozent eines durchschnittlichen Jahres beläuft. Zusätzlich stellten die sommerlichen Niederschläge auch in der Steiermark eine Herausforderung für den Pflanzenschutz dar, besonders für biologisch arbeitende Betriebe.
Der Nachtrieb der Reben nach dem Frost bedeutete einen anfänglichen Vegetationsrückstand von eineinhalb Monaten. Dieser konnte aber im Laufe der Reifeperiode aufgeholt werden, sodass sich der Lesezeitpunkt nicht wesentlich vom Vorjahr unterschied und gute Traubenqualitäten eingebracht werden konnten.
In den Kellern reifen heuer sehr animierende, trinkfreudige Weine mit schönem Körper, nicht zu hohen Alkoholwerten und guter Fruchtigkeit. Die Aromatik wird zusätzlich von einem feinen Säurerückgrat unterstützt, egal ob Welschriesling, Muskateller oder Sauvignon blanc. Beim Schilcher ist man aufgrund der geringen Menge gut beraten, sich rechtzeitig mit seinem persönlichen Vorrat einzudecken.

Wien

Das Weinbaugebiet Wien blieb heuer von den Wetterkatastrophen weitgehend verschont. Dank eines entsprechenden Arbeitseinsatzes konnte die Winzerschaft alle Wetterlagen in der Bundeshauptstadt gut meistern. Der Lohn war eine laut Vorschätzung knapp unter dem Durchschnitt liegende Ernte mit geregelter und gut planbarer Lesearbeit. Das prächtige Septemberwetter sorgte darüber hinaus für gute Traubenreife und eine fast durchgängig zufriedenstellende Traubengesundheit. Ähnlich wie in den anderen Weinbaugebieten verlief auch in Wien die Kellerarbeit weitgehend reibungslos.
Der Erfolg dieser Anstrengungen zeigte sich bereits bei der ersten Jungweinpräsentation Ende Oktober. Der „Junge Wiener“ präsentiert sich sehr fruchtig mit gutem Trinkfluss und gibt einen Vorgeschmack auf einen reifen Jahrgang mit moderater Säure und Kraft. Nicht nur der ab März erhältliche Wiener Gemischte Satz DAC gibt Grund zur Vorfreude, auch die bald zu verkostenden Weine – ob weiß oder rot – werden Vergnügen bereiten!

 

(Bild: © ÖWM / Himml)

 

 

Weinjahr 2015 in Österreich ist erfreulich

Wir Weinliebhaber und auch ein Großteil der Winzer können sich über den Weinjahrgang 2015 freuen. Im Großen und Ganzen dürfen wir uns auf einen tollen Jahrgang 2015 freuen. Die ersten Verkostungen vom neuen Jahrgang zeigen dies auch wieder. Einzig einige Hagelunwetter haben den einen oder andern Winzer getroffen. Die Weine sind äußerst positiv, haben reife Fruchtaromen und sich sehr ausgewogen. Die Lagenweine – die noch im Keller reifen – dürften hervorragend werden und ein entsprechendes Potenzial besitzen.

Bei den Weißweinen kann man sagen, dass diese von Extrakt geprägt sind. Die Säure liegt analytisch im unteren Bereich. Wir sollten dies aber eher wenig spüren. Ausgereifte Fruchtaromen und die klassischen Merkmale der einzelnen Sorten werden wir im Glas wieder finden.

Speziell für die Rotweine zeichnet sich ein hervorragender Jahrgang ab. Intensive, hervorragend ausgereifte, dichte Weine erwarten uns.

Weinwetter 2015

Das Frühjahr 2015 verlief sehr ruhig. Es gab ein günstiges Blütewetter und es folgte der uns bekannte heiße und trockene Sommer. Mitte August gab es dann die ersehnten Niederschläge – gerade rechtzeitig.

Nach dem Sommer folgte ein trockener, schöner Herbst. Viel Sonne und schon kühlere Nächte. Die Winzer konnten sich die optimalsten Lesezeitpunkte aussuchen und brachten gesunde Trauben in den Keller.

Vereinzelt gab es letztes Jahr Hagelunwetter. Da war einmal in Unwetter im Kremstal, Kamptal und Wagram, welches teils große Ernteausfälle verursachte.

Aber auch im südlichen Burgenland und in der Steiermark gab es Hagelunwetter. Einzig Wien blieb von Hagelschäden letztes Jahr verschont.

Weinmenge 2015

Die Weinmenge dürfte 2015 durchschnittlich sein und rund 2,3 Millionen hl betragen. Dies entspricht ungefähr dem Schnitt der letzten 5 Jahre. Gegenüber dem mengenmäßigen Jahr 2014 verzeichnen wir aber 2015 ein Plus von rund 13 %. Speziell beim Rotwein gab es ein schönes Plus von 24 % gegenüber 2014.

Weinernte_2001-2015

Weinernte 2001-2015 in Österreich

 

Die Daten lieferte die Statistik Austria.

(Grafik: Statistik Austria)

 

 

Weinjahrgang 2015 wird top in Deutschland

In Deutschland hat der Weinjahrgang 2015 das Potenzial, ein richtig großer zu werden.
Auch wenn in Franken, Württemberg oder in Sachsen und Saale-Unstrut und den Riesling dominierten Gebieten wie etwa an der Mosel, im Rheingau oder am Mittelrhein die Lese noch im Gange ist, kann man schon sagen, dass der Jahrgang bislang sehr gute Qualitäten hervorgebracht hat.

Wie das Deutsche Weininstitut (DWI) mitteilt, konnten in einer entspannten Lese fast durchweg sehr aromatische und kerngesunde Trauben mit überdurch­schnittlichen Mostgewichten in allen Qualitätsstufen eingebracht werden. Die Rotweintrauben haben in besonderem Maße von dem sonnigen Sommer profitiert.

Auch die in Deutschland bundesweit erwarteten Erntemengen bewegen sich trotz des sehr trockenen Sommers mit 8,8 bis 8,9 Millionen Hektolitern nur zwei Prozent unter dem zehnjährigen Mittel. In den einzelnen Anbaugebieten zeichnen sich nach aktuellen Ernteschätzungen allerdings unterschiedliche Ertrags­situationen ab. Während beispielsweise die erwarteten Erntemengen in Rheinhessen oder an der Mosel fünf bis sechs Prozent unter dem Durchschnitt liegen, rechnet man etwa in der Pfalz fast mit einem Normalertrag und in Sachsen und Saale-Unstrut mit einem Plus von über 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Weinmosternte_Deutschland_2015

Weinmosternte_Deutschland_2015

 

 

(Chart: DWI)

 

 

 

 

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